Erst mal einige erste Erkenntnisse aus Kapstadt:
Verkehrsregeln: Man fährt links! Links um Kreisel, mit dem
Bike auf dem linken Streifen der Autobahn, links vom Atlantik. Aber: man geht
zu Fuss nicht einfach links, sondern einfach dort, wo kein anderer geht. Das
ist verwirrend.
Distanzen: Südafrika ist das Land der Stacheldrahtzäune.
Wenn man also vom Balkon schaut und in greifbarer Entfernung das Riesenrad an
der Waterfront sieht, muss man diese Distanz mindestens verdreifachen, weil
alle direkten Wege mit grossen Zäunen und Toren versperrt sind. Also watscheln
wir täglich um die halbe Stadt, um was Essbares zu finden. Dafür wohnen wir
günstig.
Ernährung: Don’t ask, just eat! Auf der Speisekarte stehen:
Ostrich, Springbok, Kudu und Warthog. Wer in Bio-Englisch einen Fensterplatz
hatte ist verloren. Also hilft nur die Lasagne-Taktik: Mund auf, reinschieben,
kauen, runterschlucken. Zum Glück schmeckt alles fantastisch.
Und nun zum Biken: Schliesslich sind wir ja zum Vergnügen
hier. Am Mittwoch und Donnerstag haben wir kurze Biketüürlis unternommen,
zusammen mit dem Team „Stiftung Wädlitest“ von 20-Minuten und den Brüdern vom
Team Säntis. Zumeist sind wir auf Asphaltstrassen rumgegurkt, was den Vorteil
hatte, dass uns die versammelte High-Society des Bikesports über den Weg gerollt ist. Ein „Ciao“ von Fontana/Fumic, ein Winken
von Stefan Sahm und seinen Bulls, ein kurzes Plaudern mit Bärti Bucher und
Heinz Zoerweg… Alles Jungs, die vielleicht nächste Woche vom Podest winken. Für
Bike-Banausen: Wenn wir von Fussball reden würden, hätten wir heute so etwa
Pirlo, Özil und den ganzen FC Bayern getroffen. Nur Messi und Ronaldo haben
noch gefehlt, die Teams von Scott und Specialized hängen in Stellenbosch rum.
Gestern haben wir übrigens noch einen Test absolviert.
Nochmal für Bike-Banausen: Heutige Profi-Bikes haben 11 Gänge. Das von Urs hat
noch 20, das von Mario sogar 27. Also haben wir getestet und zwar bei The Testkitchen.
11 Gänge mit Weinbegleitung. Dauer: knapp 4 Stunden. Ergebnis: Akute
Sinnesverwirrung und ein veritabler Hangover. Wir bleiben also bei unseren
Schaltungen. Das Restaurant können wir aber sehr empfehlen.
Nun ist aber Schluss mit Lustig, denn am Sonntag geht’s zur
Sache und bis dahin heisst es seriös Leben und immer schön links fahren.
Swisscowboys supported by Chälbli Bikes & Service
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