Donnerstag, 14. März 2013

Die Ruhe vor dem Sturm


Erst mal einige erste Erkenntnisse aus Kapstadt:

Verkehrsregeln: Man fährt links! Links um Kreisel, mit dem Bike auf dem linken Streifen der Autobahn, links vom Atlantik. Aber: man geht zu Fuss nicht einfach links, sondern einfach dort, wo kein anderer geht. Das ist verwirrend.

Distanzen: Südafrika ist das Land der Stacheldrahtzäune. Wenn man also vom Balkon schaut und in greifbarer Entfernung das Riesenrad an der Waterfront sieht, muss man diese Distanz mindestens verdreifachen, weil alle direkten Wege mit grossen Zäunen und Toren versperrt sind. Also watscheln wir täglich um die halbe Stadt, um was Essbares zu finden. Dafür wohnen wir günstig.

Ernährung: Don’t ask, just eat! Auf der Speisekarte stehen: Ostrich, Springbok, Kudu und Warthog. Wer in Bio-Englisch einen Fensterplatz hatte ist verloren. Also hilft nur die Lasagne-Taktik: Mund auf, reinschieben, kauen, runterschlucken. Zum Glück schmeckt alles fantastisch.

Und nun zum Biken: Schliesslich sind wir ja zum Vergnügen hier. Am Mittwoch und Donnerstag haben wir kurze Biketüürlis unternommen, zusammen mit dem Team „Stiftung Wädlitest“ von 20-Minuten und den Brüdern vom Team Säntis. Zumeist sind wir auf Asphaltstrassen rumgegurkt, was den Vorteil hatte, dass uns die versammelte High-Society des Bikesports über den Weg  gerollt ist. Ein „Ciao“ von Fontana/Fumic, ein Winken von Stefan Sahm und seinen Bulls, ein kurzes Plaudern mit Bärti Bucher und Heinz Zoerweg… Alles Jungs, die vielleicht nächste Woche vom Podest winken. Für Bike-Banausen: Wenn wir von Fussball reden würden, hätten wir heute so etwa Pirlo, Özil und den ganzen FC Bayern getroffen. Nur Messi und Ronaldo haben noch gefehlt, die Teams von Scott und Specialized hängen in Stellenbosch rum.

Gestern haben wir übrigens noch einen Test absolviert. Nochmal für Bike-Banausen: Heutige Profi-Bikes haben 11 Gänge. Das von Urs hat noch 20, das von Mario sogar 27. Also haben wir getestet und zwar bei The Testkitchen. 11 Gänge mit Weinbegleitung. Dauer: knapp 4 Stunden. Ergebnis: Akute Sinnesverwirrung und ein veritabler Hangover. Wir bleiben also bei unseren Schaltungen. Das Restaurant können wir aber sehr empfehlen.

Nun ist aber Schluss mit Lustig, denn am Sonntag geht’s zur Sache und bis dahin heisst es seriös Leben und immer schön links fahren.

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