Freitag, 22. März 2013

Stage 5: Am Limit... oder darueber...


Zunaechst mal wieder ein Dankeschoen. Dieses mal geht unser Dank an unseren „Team Consultant“ Beat Staeuble (Cape Epic Finisher und mehrfacher Ironman Finisher). Ohne ihn waeren wir gar nicht hier. Vielen Dank, Beat, naechstes Jahr bist Du wieder dran!

Gestern fuhren wir das Rennen unseres Lebens. Doch was wuerde das fuer Spuren hinterlassen? Sind wir ueber unseren Verhaeltnissen gefahren? Kommt heute der Hammermann?

2011 war die 5. Etappe unser Horrortag mit unzaehligen Pannen und einem folgenschweren Sturz. Dies hatten wir auch heute immer wieder im Hinterkopf. Nur nicht nochmal so ein Erlebnis!

Die Strecke wurde uns als erholsam und grosser Spass angepriesen. Nur 1800 Hoehenmeter auf 74km, wovon 22 ueber Singletrails fuehren. „A fun day“... Aha... Mal luege..

Der Start verlief angenehm. Wie zu erwarten wird es je laenger desto entspannter am Start.  Alle sind zu muede um jede Luecke zuzufahren und um hart zu kaempfen. So fuhren wir zwar sehr zuegig, aber entspannter als an den Vortagen aus Wellington raus durch die Rebberge. Wir hatten ein ordentlichens Tempo drauf. Jedenfalls hingen wir ploetzlich an den Hinterraedern von Bikelegende Thomas Frischknecht und seinem Schatten Urs Gerig. Das war eindeutig zu schnell. Einem Gewinner von 15 WM Medaillen, Olympiasilber und 18 Weltcuprennen folgt man nicht ungestraft, auch wenn er mittlerweile 43 ist. Als nahmen wir ein bisschen Tempo weg, was aber noch immer schnell genug war, um weit vorne umringt von lauter Raketen zu fahren.

Bergauf fuhren wir unser eigenes Tempo, wurden am Anfang der Steigungen oefters mal ueberholt, konnten aber nach oben hin dann wieder zurueckschlagen. Viele andere Fahrer pushen zu schnell in die Aufstiege und fallen dann spaeter fast vom Bike. Vor allem weil's auch schon frueh am Morgen sehr heiss wird.  

Die angekuendigten Singletrails waren wirklich vom Feinsten. Unglaublicher Flow, super abwechslungsreich und mit dem einen oder anderen Nervenkitzel. Es standen unzaehlige Fotokameras am Streckenrand. Wir sind schon sehr gespannt auf die Bilder.

Wir fuhren die Trails relativ vorsichtig. 2011 sollte sich auf keinen Fall wiederholen. So wurden wir gelegentlich zum Hinderniss fuer schnellere oder besser gesagt, risikobereitere Fahrer. Aber wer oben am Trail nicht vor uns ist, muss halt hinter uns fahren. So ist das Gesetz. Natuerlich machten wir Platz, wenn’s angebracht war. Beispielsweise als ploetzlich das Leaderteam der Damenkategorie, Catherine Williamson und Yolande Speedy zusammen mit Tom Ritchey hinter uns auftauchten. Wir liessen sie vorbei, konnten aber an ihnen dranbleiben und ihnen bis ins Ziel folgen. So fuhren wir nach gut 4 Stunden als 81. (!!!) ins Ziel, zusammen mit den fuehrenden Damen, Tom Ritchey und Alex Stieda, dem ersten Nordamerikaner, der das Maillot Jaune an der Tour de France getragen hat. Noed schlaecht gloffe...

Morgen folgt wieder eine haertere Etappe. 100km und fast 3000 Hoehenmeter warten auf dem Weg nach Stellenbosch. Da kann noch alles passieren. Wir wissen, dass wir wohl heute das Maximum aus uns herausgeholt haben. Wir liegen auf Platz 101 des Zwischenklassements. Morgen werden wir es ruhiger angehen lassen muessen. Aber es leiden alle und die Strecke und die Hitze ist fuer alle gleich.

Vorne war heute Schweizertag. Sauser/Kuhlhavy gewannen vor Schurter/Vogel und Platt/Huber. Endlich konnten auch Nino und Flo mal richtig Gas geben.
Weil wir nach der heutigen kurzen Etappe bereits um 11 Uhr im Ziel angekommen sind, haben wir etwas mehr Zeit zum Bloggen. Daher noch einige Insights zum Bikerleben. Auf den bisherigen Etappen waren wir im Schnitt zwischen 5 und 6 Stunden unterwegs. Pro Stunde verbrauchen wir geschaetzte 800-1000 Kalorien. Da muss man ordentlich Nachtanken. In der Praxis sieht das so aus:
Fruehstueck: 5-6 Scheiben Toast mit Honig, Butter, Confi, ein Joghurt, dazu en Kafi (und Porridge fuer Mario)
Unterwegs 1.5 Liter Sponser Energiegetraenk bei beiden plus 3/4 LIter Wasser bei Urs (groesserer Motor = groesserer Verbrauch). Zusaetzlich 2-3 Energy Gels pro Person fuer den ganzen Tag.
An jedem Verpflegungsposten alles auffuellen plus 1 Banane und 2-3 Becher Wasser und/oder Cola.
Im Ziel sofort viel Wasser und etwas Cola. Dann den bereitgestellten Lunchbag leerfressen mit Sandwich, Fruechten und Milchshake drin.
Dann gleich einen Sponser Recovery Shake.
Ca 1 Stunde spaeter 1 Teller Spaghetti
Dazwischen Bananen, Aepfel und viel viel viel Wasser.
Zum Abendessen 2 volle Teller mit Fleisch, Kartoffeln, Reis.
Und trozdem sehen hier mittlerweile alle ein wenig ausgemergelt aus.... Aber die Auflistung erklaert vielleicht, warum der haeufigste Grund fuer Probleme nicht Muskel- sondern Magenprobleme sind. Davon sind wir bisher zum Glueck verschont geblieben. Hoffentlich bleibt es dabei.

Swisscowboys supported by Chaelbli Bikes & Service
 

2 Kommentare:

  1. Jungs, ihr seit absolut jeeensiiitss!!
    Bin zu Beginn des Cape Epics auf euren Blog gestossen. Seit dem verfolge ich euch jeden Tag und fiebere mit euch mit. Was ihr da abliefert ist wirklich beeindruckend. Hoffe ihr haltet diese Pace durch. Good luck!

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  2. Hallo ihr Zwei
    Langsam werdet ihr unheimlich ....
    Eure täglichen Leistungen sind sensationell.
    Ich drücke euch fest die Daumen, dass ihr unfallfrei diese Höllenstrapazen bewältigt.

    Gruss aus der "gemütlichen" Schweiz
    Rolf

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