Dienstag, 19. März 2013

Stage 2: Fremdbestimmt

Heute gibt’s eigentlich nicht soviel zu berichten, erstens weil alles nach Plan lief und zweitens weil in 30 Minuten schon unser täglicher Massageservice anfängt. Das ist heute auch bitter nötig, denn wir waren fast 7 ½ Stunden unterwegs.

Schon am Fahrerbriefing hiess es, dass heute die ganze Strecke wunderbar fahrbar und grösstenteils über sehr breite und gute Strassen führt. Nach dem gestrigen Dauerschieben tönt das zwar gut, hat aber den Nachteil, dass sich das Fahrerfeld schlecht aufteilt. Die ersten 18 Kilometer führten auf Asphalt oder breiten Naturstrassen den Berg hoch und das Tempo war recht hoch. In solchen Situationen hat man immer die Wahl, am vorderen Fahrer drannzubleiben, allein zu fahren, oder auf die nächste Gruppe zu warten. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Zunächst hängten wir uns mal in den Windschatten von Catherine Williamson, mit der wir 2011 schon einen grossen Teil des Rennens Seite an Seite fuhren und ihrer Partnerin Yolande Speedy. Scheinbar hat Catherine mittlerweile aber tüchtig trainiert und Speedy tönt auch nicht gerade nach einer Langsamfahrerin. Jedenfalls mussten wir sie bald schon ziehen lassen. Sie und ihre Partnerin holten sich dann den Tagessieg in der Frauen-Kategorie und nahmen Esther Süss und Jane Nüssli das Leadertrikot ab. Esther scheint gesundheitlich angeschlagen zu sein. Und das ausgerechnet an ihrem Geburtstag.

Wir tauschten also den Windschatten der Siegerinnen gegen denjenigen der Zweitplatzierten und blieben ziemlich lang in einer grossen Gruppe, ohne uns besonders durch Führungsarbeit zu profilieren. Auf der ebenen, aber endlosen Strecke sind grosse Kraftpakete dafür viel geeigneter als wir zwei Spränzel. Nach einer gefühlten Ewigkeit auf einem Hochplateau folgte ein knackiger Schlussaufstieg, den wir schiebend hinter uns brachten. Nach und nach folgten alle Fahrer um uns herum unserem Beispiel und so mussten wir auch die knifflige, enge, steinige und steile Abfahrt Richtung Ziel in einer grossen Gruppe in Angriff nehmen. Vor uns mittlerweile die drittplatzierten Damen, mit denen wir am Schluss fix und fertig, aber ohne körperliche oder technische Schäden ins Ziel kamen.

Heute haben wir einen Platz im Gesamtklassement eingebüsst und grüssen von Rang 121. Im Tagesklassement waren wir 128.

Bei den grossen Jungs gewannen Karl Platt und Urs Huber die Etappe. Karl ist eine absolute Cape Epic Legende und hat das rennen schon neunmal beendet und davon viermal gewonnen. Damit haben die beiden auch das Leadertrikot übernommen. Bis jetzt gab’s täglich einen Leaderwechsel. So spannend war’s noch nie.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen