Mittwoch, 20. März 2013

Stage 3: Retro Style


Unser Blog wird heute mal wieder auf einem suedafrikanischen Laptop geschrieben, daher ohne Umlaute und evtl. mit gelegentlichen Y statt Z.

Zunaechst muessen wir ein Versprechen einloesen und hier ein ganz grosses Lob ans Medicare-Team aussprechen. Die Leute vom Sanitaetsdienst haben innert 20 Stunden nagelneue Kontaktlinsen fuer Mario aufgetrieben und das auch noch umsonst. Ganz herzlichen Dank.

Die heutige Etappe wurde uns als Erholungstag verkauft. Als „Reward“ fuer den Effort der letzten beiden Tage. Wer den Streckenplaner, Dr. Evil kennt, der weiss dass es beim Cape Epic keine Geschenke und schon gar keine Erholungstage gibt. Ein Statement von ihm auf Twitter: „This is the Cape Epic, not the Cape Easy“. Also machten wir uns wie ueblich aufs Schlimmste gefasst. Eins muss man Dr. Evil aber lassen. Er weiss, wie man Biker fertig macht, er weiss aber auch, wie man sie gluecklich macht. Naemlich mit fantastischen Singletrails mit perfektem Flow durch eine wunderschoene Landschaft. Und das gab’s heute fuer alle, die noch mitspielen. Zunaechst lief es uns nicht optimal. Marios Gabel funktionierte nicht richtig. Er fuhr heute die ersten 32 Kilometer im Retro Stil, naemlich mit starrer Federgabel. Auf den steinigen Trails forderte das ein wenig Tribut, aber das Feld war noch relativ geschlossen und so verloren wir einfach am ersten Reparaturposten einige Zeit, bis das Ding richtig gepumpt war.

Danach ging’s auf Aufholjagd. Zunaechst haengten wir uns mal an das vor uns klassierte Team (jaja, natuerlich zwei Damen). Die eine ist aber vierfache Finisherin und wir dachten, aus Hoeflichkeit bleiben wir mal ne Weile dran. Die Hoeflichkeit hatte irgendwann ein Ende, als wir allein das Weite suchten und uns Team fuer Team nach vorne arbeiteten. Absolutes Karrierehighlight war, als wir in einem kurzen Aufstieg den Uebervater des Mountainbikings, Tom Ritchey ueberholten. Er ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber sowas tut uns Hobbyveloelern trotzdem gut.

Die ersten rund 70 Kilometer waren eher kraftintensiv mit Trails, Switchbacks, kurzen ruppigen Steigungen und sandigen Geraden. Das kam eher Urs zugute. Die restlichen knapp 30 Kilometer mit langen Aufstiegen an der mittlerweile erbarmungslos brennenden Sonne kamen dann eher Mario entgegen.

Nach 5.22 Stunden kamen wir ins Ziel, Platz 133 heute und 119 im Zwischenklassement.

Vorne bei den Pros musste Esther Suess leider aufgeben. Sie hat einen Virus aufgelesen. Bei den Jungs haben Sauser/Kuhlavy den Sieg verschenkt, weil sie eine falsche Abzweigung genommen haben. Es war heute teils schwierig, die Markierungen in den schnellen Abfahrten rechtzeitig zu sehen. Wir da hinten haben jeweils noch den Vorteil, dass wir den Reifenspuren folgen koennen. Wenn man die erste Linie zieht, geht das natuerlich nicht. So haben auch heute Platt/Huber gewonnen und ihren Vorsprung im Gesamtklassement ausgebaut.

Die Massage wird immer wichtiger. Vor allem unsere Ruecken und Unterarme sind ziemlich hart. Zum Glueck gibt es aber einen tollen Service hier. Taeglich 45 Minuten, die es wirklich Wert sind, ins Ziel zu kommen. Es ist schon erstaunlich. Man bezahlt Geld dafuer, von Dr. Evil geschunden zu werden und sehnt sich eigentlich dauernd das Ende des Rennens entgegen... Gspunne...

1 Kommentar:

  1. "Seit Sonntag hat Jürg ein neues Hobby. Er
    verbringt täglich mehrere Stunden vor dem PC, um ja keine Zwischenzeit zu verpassen. Heute ist es passiert - er hat
    euch verpasst und wurde mit der Zeit ganz kribbelig. "Söll emal choo", bis er endlich merkte, dass die Swisscowboys den
    Checkpoint schon längst passiert hatten. Eure Leistung ist auch diesmal wieder super. Spart doch bitte noch ein wenig
    Kraft für die zweite Wochenhälfte.
    Mit Spannung erwarten wir die Rangliste von morgen und natürlich den Tagesbericht.
    Machet's guet und blibet gsund!
    Käthy Pfister"

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